Grafik: Wolfgang Schiele

Auch wenn wir mit zunehmendem Alter ein paar Zipperlein mehr in und an uns spüren, wenn wir merken, Körper und Geist entschleunigen unsere Lebensweise und setzen spürbare Handlungsgrenzen: die Freude über das Leben, unseren Optimismus sollten wir uns nicht nehmen lassen! Doch wie kann man seine bisherige positive Erwartungshaltung, seine Zuversicht auch in der dritten Lebensetappe noch aufrechterhelten, wo wir doch z. B. gesundheitlichen Einschränkungen unterliegen (werden)?

Wir verfügen über eine unschätzbare Menge an Kompetenzen und Lebensweisheiten. Unsere erworbenen Fähigkeiten der Vergangenheit, das umfangreiche Wissen und die Überzeugung, dass keine noch so miserable Situation ewig Bestand haben wird, sind eine gute Voraussetzung für Glück, Lust, Humor, Lebenszufriedenheit und Lebensmut. Wir haben in der Vergangenheit die kleinen und großen Probleme des Lebens gemeistert. Wir hatten zwar zu Anfang unserer früheren Krisen noch keine Lösungen, aber wir konnten nach deren Überwindung immer wieder feststellen, dass es sie gibt, wir sie oftmals selbst fanden und danach wieder frohgemut weitermachen konnten. Worauf es jetzt vielleicht ein wenig mehr ankommt, ist die Anpassung bekannter und erprobter Lösungen an die aktuelle Situation in diesem fortgeschrittenen Lebensabschnitt.

Unsere langjährige Erfahrung lehrt uns, dass es auch nach dem Fall in ein tiefes Loch ein Weiter gibt, dass im Schlechten auch ein guter Kern liegt und wir aus den Wechelfällen des Lebens vielfach Lernchancen gemacht haben (ohne dass es uns immer bewusst wurde). Was wir brauchen, ist der Zugang zu unseren guten Gefühlen, zu unserem entwickelten Selbstwert und zu unseren kraftvollsten Ressourcen. Sammeln Sie diese bewusst ab jetzt ein: Notieren Sie, was Ihnen Energie und Zuversicht gibt, was Ihnen Spaß und Sie stolz macht, worüber Sie lachen können und was in Ihnen Glücksgefühle auslöst, führen Sie ein „Resilienz-Tagebuch“. Stärken Sie Ihre Stärken und akzeptieren Sie Ihre vermeintlichen Schwächen. Tun Sie mehr von dem, was Sie mögen und vermeiden Sie möglichst die Nähe von Menschen, die jede Wand als soziale Klagemauer betrachten und ihre schlechten Gedanken auf andere viral übertragen.

Foto: Wolfgang Schiele

Nun heißt Optimismus aber nicht, dass wir durch die Welt mit einer rosaroten Brille gehen und alle und alles durch den Filter der Glückseligkeit ziehen sollten. Nein! Kritischer Menschenverstand und ein gutes Gespür für die Zuverlässigkeit der uns umgebenden Realität bilden die Basis für einen gesunden Optimismus. Glauben Sie nicht an die plötzliche Veränderung der Menschen und Situationen, sondern daran, dass sich Dinge kontinuierlich, in kleinen Schritten und nur in einer Umgebung von Toleranz und Zusammenarbeit verändern. Lassen Sie sich nicht zum Mitläufer oder Missionar von Populisten machen, die die radikale Veränderung der Welt propagieren. Bleiben Sie mit Ihren positiven Gedanken immer auf dem Boden der Tatsachen und glauben Sie vor allem an eines: an sich selbst!

Vielen Dank für Ihr Interesse und beste Grüße

Ihr (Vor-)Ruhestandscoach und Resilienzlotse für Senioren
Wolfgang Schiele

© Wolfgang Schiele 2020 | Coaching50plus | https://www.coachingfiftyplus.de