Die Vorweihnachtswoche steht vor der Tür. Und da ich gerade von unserem kleinen Ortsteil-Glühweintrinken zurückkomme und es einen fantastischen Sonnenuntergang gab, habe ich mir ganz schnell die Mühe gemacht, in den visuellen Vorweihnachtsannalen meines Bilderarchives zu kramen, um eine kleine Zusammenstellung zu machen …
Die Villa dei Vescovi aus dem 16. Jahrhundert in Torreglia
Inmitten der Euganeischen Hügel – einer bewaldeten und teilweise noch aktiven Vulkanlandschaft nahe Padua in Norditalien – befindet sich eine Renaissancevilla, die früher einmal der Sommersitz des Bischofs von Padua war. Besonders wertvoll sind die original erhaltenen Fresken, die aus der Zeit des Kardinals Francesco Pisani stammen. Die Anlage gehört seit 2005 dem italienischen Staat, genauer gesagt der italienischen Stiftung für Denkmal- und Umweltschutz. Ich hatte zwischen Jahren 2014 und 2017 während eines Seminarurlaubs in Abano Terme dreimal das Glück, die Anlage besuchen zu dürfen. Die Euganeischen Hügel wurden übrigens 1989 zum ersten Naturpark der Region Venetien ernannt.
Sonnenuntergänge sind immer wieder faszinierend und gleichzeitig Balsam für die Seele. Der Abschied des Tages mit einem prächtig gefärbten Himmel macht ihn erst komplett. Egal, wer ihn erlebt: er lässt uns die Strapazen des Alltags vergessen und jeglichen Zorn verrauschen. Deshalb sind in der heutigen Ausgabe von „Wolkenweit“ wieder einige Sunsets zu sehen.
Auf Valentia Island – einer kleinen Insel, die wir auch nur mit einem kleinen Bus bereisen können
Wir sind unterwegs auf dem „Ring of Kerry“ – einer bekannten und abwechslungsreichen Ringstraße im Südwesten von Irland. Wieder sind es die grandiosen Ausblicke, die wir von den Höhen auf die Landschaft und die Meeresklippen genießen können. Ein typisch irischer Glanzpunkt ist das Städtchen Sneem, in dem man so manch tolles Motiv finden und fotografieren kann. Am Ende der Tagestour empfängt uns der Ort Glengarrif, wo wir in einem noch aus viktorianischer Zeit stammenden Hotel übernachten werden.
Die Zahl derer, die die Gelegenheit nutzen, entweder über Vorruhestandsregelungen oder über die Rente mit 63 aus dem Berufsleben scheiden, wächst ständig. Dabei nehmen sehr viel von ihnen auch hohe Abschläge von der Altersrente in Kauf.
Warum das so ist und die Menschen zum frühestmöglichen Termin ein freiwilliges Outplacement aus dem Beruf bevorzugen, hat mannigfaltige Gründe. Was mir im Vergleich zum abhängigen Arbeitsverhältnis gefällt und was ich (erst) jetzt im Ruhestand ausleben kann, sind folgende 10 grundsätzliche Dinge:
1. Ich lebe ausschließlich selbstbestimmt und muss keine Vorgaben dritter Personen oder Organisationen mehr einhalten.
2. Ich bin Herr über meine Zeit und gestalte selbstständig meine Lebens- und Tätigkeitsabläufe.
3. Ich muss niemandem mehr etwas beweisen und mich für meine Arbeitsergebnisse rechtfertigen.
4. Ich bin frei in der Wahl aller meiner Aktivitäten, die ich jederzeit beginnen und auch wieder beenden kann.
5. Ich bin niemandem zu Loyalität, Treue und Diskretion verpflichtet.
6. Ich kann meine individuellen Werte ausleben und selbstgewählte soziale Rollen besetzen – und sie auch wieder verändern oder verlassen.
7. Ich darf lernen, was mir Spaß macht und mir all die Fertigkeiten aneignen, die wirklich zu mir passen.
8. Ich vertrete meine ureigenen Überzeugungen, realisiere meinen Eigensinn und widerstehe opportunistischen Verlockungen.
9. Ich bin frei in der Wahl von Zugehörigkeiten – sowohl gegenüber Einzelpersonen, sozialen Gruppen oder Parteien.
10. Ich gebe meiner Existenz einen klaren Lebenssinn und folge meinen Sehnsüchten.
Zugegeben: Punkt 10 mag nicht jedermanns Sache sein. Aber für mich bilden die vorgenannten Gründe zusammengenommen so etwas wie mein ganz persönliches „Ruhestands-Manifest“ …
Vielleicht ist die Liste der „späten Freiheiten“ nicht ganz vollständig. Die vielen hunderttausend Menschen, die in jährlich in die 63er Rente gehen, werden vielleicht mehr unbewusst als bewusst aus dem einen oder anderen Grund – oder sogar mehreren Anlässen gleichzeitig – aus dem Berufsleben ausscheiden. Was auch viel darüber aussagt, was im beruflichen Kontext nicht stimmig war oder als demotivierend im professionellen Leben empfunden wurde.
Man kann es zusammenfassend auch so ausdrücken: Wir kommen vom „Müssen“ und vom „Sollen“ über´s „Wollen“zum „Dürfen“ und zum „Können“. Da liegt der Quantensprung. Die Modaloperatoren, wie meine Deutschlehrerin sagen würde, verändern sich im Lebenslauf – und besonders einschneidend an der Schwelle vom Beruf zum Ruhestand. Wir reifen zu freidenkenden und autarken Menschen, wenn wir den Schauplatz fremdbestimmter Arbeit verlassen (müssen, wollen, dürfen, können … ).
Vielen Dank für Ihr Interesse und beste Grüße!
Ihr (Vor-)Ruhestandscoach und Resilienzlotse für Senioren Wolfgang Schiele
Sie sind überall – die Augen, die uns unentwegt beobachten
Nur wer unterwegs ist, kann die Kuriositäten, Absonderlichkeiten und auch Bizarres entdecken – wenn er/sie sich nämlich aus seiner/ihrer Komfortzone herausbewegt, sein/ihr erweitertes Umfeld beobachtet – und beginnt, die Dinge in einen neuen Kontext zu setzen. Geben wir dem Alltäglichen einen neuen Rahmen – und es kann uns vor allem in diesen instabilen und bedrohlichen Zeiten ein leises Schmunzeln entlocken oder einen AHA-Effekt erzeugen. Dieses Mal stammen einige Motive aus einer Rundreise durch Holland und Flandern – obwohl sie nicht zwingend auf diese Ursprungsgebiete hinweisen. Viel Spaß beim Schauen und Feixen.
Die Vielfalt an Fenstern ist schier unerschöpflich. Immer wieder bin ich begeistert, wie Menschen ihre Fenster auswählen, herrichten und dekorieren. Fenster gestatten zwei Sichten: In das Innen, wenn man aus der großen Welt hineinschaut, und in das Außen, wenn man aus seiner kleinen Welt hinausschaut. Meist ist einem der Blick in Innere, Intime versperrt – darin besteht eine wichtige Aufgabe des Fensters. Zu gern möchten wir manches Mal wissen, wie es hinter der Scheibe einer Privatadresse, hinter der Glasfront eines öffentlichen Gebäudes oder hinter dem Mosaik eines Kirchenfensters aussieht. Und wenn wir drinnen sind und ans Fenster treten, erhoffen wir uns einen möglichst weiten Blick in die große freie Welt, ohne selbst erkannt zu werden. Und dann gibt es Fenster, die sind von außen undurchdringlich. Weil sie uns als Spiegel unserer rückwärtigen Welt dienen.
Tageserwachen an einem stillen See in der Provinz Connemara
Und wieder sind es auch auf diesem Reiseabschnitt die landschaftlichen Reize, die uns zu mehreren Fotopausen animieren. Schon die Morgenstimmung mit der hügeligen Landschaft schafft gute Laune und Gelassenheit – haben wir doch heute auch einen architektonischen Höhepunkt auf der Agenda: die Kylemore Abbey mit ihrem wunderschönen Park. Das städtebauliche Highlight werden wir am Abend erreichen – die Stadt Galway. Viele Iren halten sie für die schönste und kulturell offenste Stadt auf der Insel. Zwischendurch erleben wir traumhafte Strandlandschaften und gönnen uns in einer Raststätte einen wirklich echten und authentischen Irish oder Gaelic Coffee (mit braunem Zucker gesüßter starker Kaffee, versetzt mit einem reichlichen Schluck guten irischen Whiskys und darauf eine Haube leicht geschlagener Sahne – mmmmmhhhhh!).
Auf geht´s in die Region Connemara in südlicher Richtung. Eine windige und raue Landschaft erwartet uns. Wir machen einen längeren Halt an einer prägnanten Klippe – an Downpatrick Head und stehen plötzlich vor nicht ungefährlichen, weil abrupt abfallenden und mit feuchtem Gras bewachsenen Steilwänden. Die Gegend ist felsig und bietet sehr gute Fotomotive – man muss sich nur ein wenig bewegen und den Standort wechseln, um die Eindrücke zu verdichten. In der Nähe gibt es eine große Ausgrabungsstätte und weiter auf der Route gen Süden wird die Gegend lieblicher. Wieder finden sich schöne Strände, die an die Karibik erinnern. Und tolle Fels- und Gesteinsformationen, die der Landschaft ihren einzigartigen Charakter verleihen.