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Späte Freiheit Ruhestand

Vom Gelingen der dritten Lebenshälfte

Fasse dich kurz!

Bild: Pixabay

Es geht um Verknappung. Um Ressourcenschonung. Materielle – und geistige. Das hatte bereits der Philosoph Blaise Pascal erkannt, als er einem Freunde schrieb: „Ich schreibe einen langen Brief, für einen kurzen reicht die Zeit nicht aus.“

Betriebswirtschaftler wissen, dass die Lehre, der sie sich unterworfen haben, von der Endlichkeit und Knappheit der Ressourcen ausgeht. Man müsse Vorräte schonen und an die zukünftige Generationen denken. Ressourcen seien nicht unendlich vermehrbar. Und sie zu verschwenden, wird uns womöglich diese Welt kosten.

Ja, es ist eine Kunst sich kurz zu fassen. Aber auch eine elende Quälerei. Ich weiß, wovon ich rede. Eigentlich ist Beschränkung und Bescheidenheit angesagt, aber diese Idee kostet uns im Gegenzug das Kostbarste, was wir besitzen: unsere Zeit. Sie ist auch so eine Art Vorratsreserve. Hintenraus eigentlich unendlich lang, aber was heißt das schon, wenn man als Mensch nicht in den vollen Genuss der Unendlichkeit kommen kann. Und anhäufeln, horten und stapeln geht nicht und würde sich auch nicht auszahlen.

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Früher stand an den wenigen Telefonzellen in der untergegangenen DDR eine Botschaft: „Fasse dich kurz!“ Denn viele wollte fernkommunizieren und konnten es nicht, weil ihnen die Apparate zuhause fehlten. Also musste es schnell gehen, weil viele in die kleinen Zellen wollten und sich Schlangen bildeten. Aber warum eigentlich? Wen wollten sie wo anrufen?

Zurück zur Verknappung. Ich bewundere Leute, die mit wenigen Worten genau das sagen, was andere auch verstehen können. Wenn die Botschaft, für die nun einmal der Sender verantwortlich ist, beim Empfänger bestimmungsgemäß ankommt. Auch, wenn der Inhalt nicht ganz alltäglich ist. Und daran knabbere ich aktuell. In meinem neuen Buchprojekt habe ich mir vorgenommen, Coaching- und Therapiemodelle für die Prävention und Heilung unserer Seele in wenigen Worten für psychologische Laien verständlich zu machen. Ich erwische mich immer wieder dabei, zu weit auszuholen und abzuschweifen. Ich habe bereits zu jedem Kapitel eine Grafik konzipiert, um meine Texte selbsterklärbar zu machen – ohne unnütze Worte. Denn der Buchumfang ist begrenzt, den ich mit dem Verlag ausgehandelt habe. Ich hatte das Vorschlagsrecht der Seitenanzahl – und habe bewusst einen niedrigeren Zeichenumfang festgelegt. Weil ich mich gut kenne und immer wieder mehr erzählen will, als nötig. Resultiert wohl aus meinen früheren Präsenzseminaren, die ich gern mit Geschichten ausschmückte, um narrative Anker zu setzen und Ereignisse zu visualisieren.

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Doch das kostet Zeit. Mit fortschreitender Schreibdauer wird es nicht einfacher. Hatte ich die ersten Kapitel im Rohtext in zwei bis drei Tagen zu Papier gebracht, benötige ich jetzt bereits eine gute Woche, weil ich die Abschnitte immer wieder streichen und umstellen muss, damit der logische Faden und das Verständnis bei einem reduzierten Wortanteil erhalten bleiben.

Ja, es ist eine Martyrium. Ein selbstgewolltes. Um mich zu klarerer Sprache und korrekter Ausdrucksweise zu zwingen. Auch, wenn es mehr Zeit in Anspruch nimmt. Ach ja: Trotz allen Mehraufwandes soll es pünktlich im kommenden Frühjahr erscheinen – ein Buch, das den Spagat zwischen der Erklärung psychologischer Formate und Interventionen und deren Nutzung im Selbstmanagement für den reifen Erwachsenen im Ruhestand wagt. Drücken Sie mir gern die Daumen! Und vielleicht findet sich ja im Spätherbst ein follower oder Leser dieser Zeilen, der das Manuskript zur Probe liest und mir noch Hinweise geben und Verbesserungsvorschläge machen kann und möchte. Vielleicht auch zur weiteren Verknappung des Textes …

Vielen Dank für Ihr Interesse und beste Grüße!

Ihr (Vor-)Ruhestandscoach und Resilienzlotse für Best ager
Wolfgang Schiele

© Wolfgang Schiele 2021 | Coaching50plus | https://www.coachingfiftyplus.de

Affirmationen – Botschaften an Dein Selbst

Foto: Wolfgang Schiele

Wir reden uns immer irgendetwas ein. Es sind Gedanken über uns selbst, andere Menschen, Sachverhalte oder die Welt an sich. Oder: Man redet uns etwas ein – überall da, wo gesprochen wird. Es sind die Einredungen, die wir bewusst oder unbewusst aufnehmen und fast immer auch bewerten. Wir stecken sie in eine Gehirnschublade und dann gehen wir mit ihnen durch die Welt. Wir vergessen sie mit der Zeit. Und doch wirken sie unterbewusst weiter. Wir passen unsere Denkweise und unser Verhalten an sie an und treffen auf ihrer Grundlage Entscheidungen. Es ist wie eine Infektion mit hoher Ansteckungskraft und schneller Verbreitungsgeschwindigkeit. Und es ist oftmals in der Tat so, dass sie uns behindern, blockieren und uns – ohne dass es uns bewusst wird – in unseren Kompetenzen und Wahlmöglichkeiten einschränken. Doch wir können sie beeinflussen, neutralisieren und sogar verdrängen …

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Lebenslanges … oder doch nachberufliches, alternsgerechtes Lernen?

Als ich vor drei Jahren mein erstes Buch geschrieben habe, bin ich viele Male mit dem Begriff des lebenslangen Lernens in Kontakt gekommen. Was hinter dem Konzept stand, war die Idee, von der frühesten Kindheit bis ins Greisenalter Menschen zum effektiven Lernen zu befähigen. Und ich fand sie – genau wie andere Autoren und Wissenschaftler – nicht sachgerecht. Weil mit dieser Idee weder Bildungsinhalte noch Bildungsziele beschrieben werden. In den Neunzigern ersetzte man das lebenslange Lernen durch das lebensbegleitende Lernen. Das Jahr 1996 wurde sogar zum „Europäischen Jahr des lebensbegleitenden Lernens“ ausgerufen. Leider identifizierten sich weder die Pädagogen, Soziologen und Bildungspolitiker, geschweige denn die breite Masse der erwachsenen Bevölkerung, mit diesem Konzept. Lernen war für eine große Anzahl von Menschen im Erwachsenenalter nicht gerade der Renner. Nach den bestandenen Abschlüssen für den Einstieg in den Beruf ließ die Motivation für das Lernen sichtlich nach und viele Menschen waren nur dann zu Fort- und Weiterbildungen zu bewegen, wenn sie es für die Ausübung ihres Jobs unbedingt erforderlich war. Offensichtlich waren die unangenehmen Erfahrungen aus Schule und Ausbildung ein wesentlicher Anlass, sich vor Wissenszuwachs nach dem Vorbild des hiesigen Bildungswesens zu drücken.

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Ich bitte um Zugaben!

Foto: Wolfgang Schiele

Ich bin mit NICHTS auf diese Welt gekommen.
Alles, was ich erschaffen und erhalten habe, ist reiner ZUGEWINN.
Nun, als Ruheständler, habe ich die wichtigsten Entscheidungen im Leben getroffen, die meisten Abenteuer meines Lebens hinter mir, mein Pflichtprogramm erledigt und mir (fast) alle Wünsche erfüllt.
Alles, was jetzt noch kommt, sind ZUGABEN.

Foto: Wolfgang Schiele

Und wie geht es Ihnen?
Was fehlt?
Was war zu viel?
Was darf gern noch kommen?
Und was sollte auf gar keinen Fall noch passieren?

Vielen Dank für Ihr Interesse und beste Grüße!
Ihr (Vor-)Ruhestandscoach und Resilienzlotse für Senioren
Wolfgang Schiele

© Wolfgang Schiele 2021 | Coaching50plus | https://www.coachingfiftyplus.de



Die „Eselsohren-Methode“

Foto: Wolfgang Schiele

„Wer hat denn dieses Eselsohr in die Buchseite geknickt?“, lautete die Frage der Lehrerin. Beschämt schaute der Schüler zur Seite und entgegnete kleinlaut: „Das war schon so als ich es bekommen habe!“ Eselsohren waren ein Grund, im Fach Ordnung, das zu meiner Schulzeit zu den sog. Kopfnoten gehörte, eine schlechtere Zensur zu bekommen. Es war auch deshalb verpönt, weil Kinder aus den weniger bemittelten Familien die Bücher nur ausgeliehen bekamen und zum Schuljahresende wieder zurück in den Schulbuchpool geben mussten. Hätte jeder in den Schulsachen herumgeschmiert und Ecken eingeknickt – sie wären nach einigen Jahren kaum noch zu gebrauchen gewesen.

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Die Alten – eine Generation „U“?

Foto: Wolfgang Schiele

Frühere Lebensphasenmodelle wurden gern mit Hilfe einer Lebenstreppe dargestellt: Sie führte erst die Stufen nach oben, bis hinauf zum 50. Lebensjahr, und dann wieder hinab – in den Tod hinein. Diese Modelle gingen davon aus, dass der Mensch etwa zur Mitte seines Lebens im Zenit seiner geistigen und körperlichen Fähigkeiten ankommt und danach kontinuierlich abbaut und degeneriert. Dem Verfall preisgegeben ohne Aussicht auf ein sich in physischer Vitalität und geistiger Reife fortsetzendes, erfülltes Leben.

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Zurück in die Zukunft – geht so Veränderung?

Foto: Wolfgang Schiele

Bereits seit einiger Zeit lässt mich die Frage nicht los, was mehr Einfluss auf unsere persönliche Veränderung nimmt: die Vergangenheit mit ihren Erkenntnissen und Warnungen oder die Zukunft mit ihren Wagnissen und Möglichkeiten. Oder anders gesagt: Wollen wir mit dem Wissen aus unserer Vergangenheit die Fehler der Zukunft vermeiden oder mit der Wissenschaft von heute Visionen von Morgen gestalten? Ist die verflossene Geschichte der Menschheit unser bestimmender Lehrmeister oder ist die Wissenschaft der ausschlaggebende Wegweiser in eine lebenswerte Zukunft? Leben wir mehr aus der Vergangenheit oder wollen wir mehr Zukünftiges, mehr Danach? Oder noch anders: Hängen wir eher am „weg-von-Fehlern-der Vergangenheit“ oder „hin-zu-den-Chancen-der-Zukunft“?

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Training, Coaching und Corona

Lange habe ich mich verleugnen lassen, was die öffentliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation um Corona & Co. betrifft. Ich war vor knapp einem Jahr in verhaltenem Aufruhr wegen der zu erwartenden (psychischen) Folgen und habe mich selbst als zukünftig seelisch und körperlich beschädigter Bürger dieser Republik gesehen. Just zu verflossener Februarzeit hatte ich mir selbst eine längere Blutdruck-Messreihe verordnet, weil mein Hausarzt Wochen zuvor einen (sitzungsbedingt?) überhöhten Wert festgestellt hatte. In den Februarwochen blieben die Messdaten im hochnormalen Bereich hängen – wen wunderts, hält man sich die traumatisierenden und widersprüchlichen Kommentare der Nicht- und Besserwissenden vor Augen.

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Alterssinn erschließt sich erst durch nachberufliche Bedeutung

Foto: Wolfgang Schiele

„Es muss bedeutsam sein“ – mit diesen Worten beginnt der Trailer, der den bekannten Hirnforscher Gerald Hüther in einem Video über die vorschulische Erziehung von Kindern zeigt. Und er zielt darauf ab, dass ohne eine emotionale Komponente weder kindliches Lernen noch persönliches Wachstum im späteren Berufsleben möglich sind.

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