Wir suchen das Besondere, die Ausnahme, nicht die Regel. Ich merke es gerade beim Renovieren:
Jede Deckenplatte, die ich anbringe, wird von mir akribisch nach Fehlern bei der Klebeverarbeitung untersucht. Und natürlich gibt es trotz genauester Vorbereitung winzige Abweichungen vom Idealen – mal eine Fuge, die einen Zehntel Millimeter aufklafft, mal eine kleine Delle, die beim Andrücken an die Decke entstanden ist.

Wir sind immer auf der Suche nach den Abweichungen, vom Normalen. Wie wollen ein bestimmtes Muster erkennen und dafür braucht es eben Abweichungen, sonst bleibt alles gleichmäßig, öde und langweilig. Unser Gehirn ist stets und ständig auf der Jagd nach dem Außergewöhnlichen, nach dem kleinen oder großen Unterschied, der den Unterschied macht.

So auch in der Fotografie. Kein Mensch würde alles, was um ihn herum geschieht, pausenlos fotografieren. Erst wenn es etwas zu sehen gibt, was vom Gewohnten abweicht, wird unser Gehirn aktiv. Es vergleicht das aktuell Gesehene mit dem bereits Gespeicherten. Und wenn es eine Abweichung gibt, wenn es etwas findet, was es noch nicht gesichert hat, dann beschäftigt es sich intensiver mit dem Phänomen. Genauso ist es mit der Motivsuche beim Fotografieren. Meist unbewusst sind wir auf der Fahndung nach einem Muster. Wobei ein Muster die Umsetzung einer fotokompositorischen Regel oder einfach nur eine Abweichung vom gewohnten Gleichmaß sein kann. Wir brauchen einen Aufmerksamkeitsinput, einen Eyecatcher, einen Wahrnehmungsfokus. Ohne den Reizauslöser im Fotografenkopf bleibt ein mögliches Motiv praktisch unbemerkt und es entstünde kein Bild.

Vielen Dank für Ihr Interesse und beste Grüße!

Ihr/Euer freiwillig emeritierter (Vor-)Ruhestandscoach und Resilienzlotse für Senioren
Wolfgang Schiele

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