Im Jahre 2015 besuchte ich auf einem Trainerkongress eine Veranstaltung, die sich mit dem ZRM beschäftigte und als Schnupperkurs diente. ZRM – das ist das sog. „Zürcher Ressourcenmodell, das Frank Krause und Maja Storch in den 90er Jahren an der Universität Zürich entwickelt haben. Es ist ein Selbstmanagement-Modell. „Mit Hilfe des ZRM soll der Mensch sich über eigene (Lebens-)Themen klar werden, Ziele entwickeln, die eigenen Ressourcen entdecken und Fähigkeiten erlangen, um nötige Ressourcen zu aktivieren, die zielorientiertes Handeln ermöglichen.“ So die Wikipedia.

Das ZRM-Format versteht sich als Kombination aus kognitiven, emotionalen und somatischen Erfahrungen; verbindet also Verstand, Gefühl und Körper miteinander. Ziel ist es, ein Haltungs- oder „Motto“-Ziel für sich zu erarbeiten, das eine harmonische Beziehung zwischen Kopf und Bauch herstellt und zu mehr Gelassenheit, Lebensfreude und persönlichen Erfolg führt. Diese „Motto-Ziele“ für Alltag und Beruf speisen und entwickeln sich aus der eigenen Gefühlswelt heraus. Man kann auch sagen: Sie synchronisieren den Verstand mit dem Unbewussten.

Foto: Wolfgang Schiele

Und das gelingt im Modell hervorragend durch Bilder, denn sie sind wie eine Brücke zwischen unserer Ratio und dem Unterbewussten. Und so beginnt jede Selbstmanagement-Sitzung beim ZRM mit der Auswahl von großformatigen Fotografien, die in der Regel auf dem Boden ausgelegt sind. Die Teilnehmer bekommen genügend Zeit, zwischen den Bildern entlang zu spazieren und sie auf sich wirken zu lassen. Zum Schluss soll sich jeder für das eine Bild entscheiden, das eine spürbare Gemütsbewegung ausgelöst hat. Oder sogar eine Körperreaktion als Signal eigener emotionaler Befindlichkeit. Man nennt das auch einen „somatischen Marker“. Durch somatische Marker teilt das Unbewusste mit, wie es eine Sache einschätzt – sie fungieren daher auch als individuelle Bewertungssignale. Konkret heißt das hier: Im Unterbewusstsein steht das Foto in einem noch unbekannten Zusammenhang mit bislang meist unterschwelligen Bedürfnissen, Sehnsüchten oder Zielen.

Foto: Wolfgang Schiele

Das Bild steht über den gesamten ZRM-Prozess im Zentrum der eigenen Themen- und Bedürfnisklärung. In verschiedenen Schritten wird das „Problem-Thema“, das uns behindert, blockiert oder demotiviert, anhand des ausgewählten Fotos herausgearbeitet. Das geschieht im Wege der Selbstreflexion. Alle aufsteigenden positiven Assoziationen zum Foto werden notiert. Dann wird durch andere Teilnehmer ein „Ideenkorb“ mit weiteren Reflexionen befüllt, die in ihnen durch die Betrachtung des Fotos entstehen. Somit wird der Interpretationsspielraum für das persönliche (Problem-)Thema erweitert. Das Thema wird am Ende schriftlich präzisiert und fixiert.

Foto: Wolfgang Schiele

Auf der anderen Seite dient das Bild gleichzeitig für die Ableitung eines Motto-Zieles. Dazu kommt es darauf an, eine neue Haltung zum Noch-Problem-Thema einzunehmen. Aufbauend auf den positiven Intentionen des mit eigenen und fremden Ideen bestückten Korbes, der neuen Sicht auf das (Lebens-)Thema und den ausgelösten Assoziationen, Gedanken und Gefühlen, die das Foto ausgelöst hat, werden Motto-Ziele entworfen. Da sie das Unbewusste in uns ansprechen sollen, werden diese Ziele bildhaft, metaphorisch und symbolisch formuliert. Schlussendlich bilden das Motto-Ziel, das Bild und meine neue Einstellung zum Thema eine Einheit.

Foto: Wolfgang Schiele

Dr. Giovanna Eilers, bei der ich 2016 einen kompletten ZRM-Kurs belegte, animierte mich, das ZRM-Modell auch in meine Kommunikationsseminare zu integrieren. Und so griff ich auf meine umfangreiche Fotosammlung zurück, druckte hunderte großformatige Bilder aus und gestaltete einen kompletten Seminartag, der bei den Teilnehmern großen Anklang fand.
Übrigens: Den Motto-Satz, den ich im Ergebnis meiner eigenen Ausbildung formulierte, lautete wie folgt: „Stufe um Stufe erklimme ich meinen Zauberberg bis zum geheimnisvollen Leuchtfeuer der Endlichkeit.“ (leider finde ich im Netz das entsprechende Bild dazu nicht mehr …)

Foto: Wolfgang Schiele

Schauen Sie sich meine heutige Bildauswahl an:
Welche emotionalen und/oder somatischen Reaktionen lösen sie bei Ihnen aus?
Könnten Sie etwas zu tun haben mit Ihren großen Lebens-, Problem- oder Haltungsthemen?
Welche denkbaren „Motto-Ziele“ könnten hinter den Bildern stecken? …

Wer sich mit ZRM näher befassen möchte kann gern die nachfolgenden kostenfreien Seiten besuchen:
https://zrm.ch/images/stories/download/pdf/arbeitsunterlagen/arbeitsblaetter_zrm.pdfhttps://zrm.pdf
m.ch/zrm-online-tool-deutsch/
https://zrm.ch/bildkartei/

Vielen Dank für Ihr/Euer Interesse und beste Grüße

Wolfgang Schiele

Freiwillig emeritierter (Vor-)Ruhestandscoach und Resilienztrainer für angehende Senioren

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