Altern ist wie das langsame Dimmen des Lichts – langsam und unaufhörlich lässt unsere Leuchtkraft nach. Wir geben nach und nach zurück, was uns an Energie und Vitalität bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in Kindheit und Jugend zugeführt wurde …

Wie eine Flamme zu erlöschen droht, wenn der Kerzendocht nur noch wie ein verkohlter kurzer Stumpf etwas über dem Paraffin steht und gegen das Versinken ankämpft. Wir hatten unsere Zeit und unsere Gelegenheit zum Funkeln, Glitzern oder Strahlen. Und schauen nun, teilweise verzweifelt, dem Absterben eines Baumwollfadens zu. Aber auch ein kleines Licht kann noch lange strahlen …

Wer oder was aber steht am Dimmer und dreht ihn langsam herunter, so dass die herannahende Dämmerung und kommende Finsternis schon zu erahnen sind? Haben wir Angst vor dieser Dunkelheit und ist es die Reue, nicht hell genug gestrahlt zu haben im verstrichenen Leben? Oder ist es die Sorge davor, zukünftig nicht mehr hell zu scheinen, sondern nur noch zu glimmen? Und am Ende nur noch Düsternis zu hinterlassen?

Wer Schlaglichter gesetzt hat, ist wohl im Vorteil – diejenigen sprühten Funken und sie erleuchten andere noch weit in die Zukunft hinein. Andere, die nur Dämmerlichter hinterlassen haben, stehen bald auf der Seite der Vergessenen, so, als hätten sie nie für etwas gebrannt.

Vielen Dank für Ihr/Euer Interesse und beste Grüße

Wolfgang Schiele

Freiwillig emeritierter (Vor-)Ruhestandscoach und Resilienztrainer für angehende Senioren

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