Das Thema Wohnen ist sehr vielschichtig. Einmal geht es um bezahlbare Mieten, zum anderen um fehlenden Wohnraum. Das erste Unterthema ist ein kontroverser Dauerbrenner, das zweite eher in aktueller Diskussion.

Die Senioren in Deutschland – mal alle grob über einen Kamm geschert – verfügen über zu viel Wohnfläche. Im Schnitt sollen es gut 13% mehr Lebensraum sei, als dem Durchschnitt der Deutschen vergönnt ist. Und warum ist das so? Ersparen Sie mir die genauen Erläuterungen. Nur so viel: Weil Bestandsmieten günstiger sind. Und Neumieten richtig ans Eingemachte gehen. Ist ja auch kein Wunder, verkündet die Wochenzeitung DIE ZEIT in einer ihrer jüngsten Ausgaben, da die aktuellen Kosten für den Bau eines Quadratmeters Wohnraum bei 4500 € liegen(!). Da ginge nur mit billigerer Materialien zu bauen oder Vorschriften umschiffen …

Fakt ist oftmals: Die Kinder sind längst raus aus der Wohnung. An den nunmehr größeren Wohnraum gewöhnt man sich schnell. Zumal nach dem Beruf auch noch Hobbies hinzukommen, und die brauchen Platz. Oder umgekehrt: Weil mehr Platz ist, kommen die Hobbies. Außerdem kann Umzug in etwas Anderes, Kleineres befremdlich wirken und ist im Alter immer mit Stress und Abschied von Vertrautem verbunden. Solange, wie man körperlich und geistig halbwegs fit ist, hält man daran fest, eigenständig zu bleiben und tauscht Angestammtes nicht gegen Neues.

Aber selbst dann, wenn der Pflegebedarf einsetzt, fehlen entweder die Plätze in den Seniorenheimen oder sie sind nicht finanzierbar für Otto-Normaal-Rentner. Also wird geblieben – und dringend benötigter Wohnraum – sagen wir es vorsichtig – blockiert.

Wie sehen Sie Ihre aktuelle Wohnsituation? Gehören Sie zu denen, die möglichst lange wohnen bleiben wollen in einer längst zu großen Wohnung? Oder wird mit zunehmendem Alter der Wunsch nach Verkleinerung, nach dem Loslassen von einer Menge überflüssigem Hausrat und Stehrümchen größer?

Vielen Dank für Ihr Interesse und beste Grüße!

Ihr freiwillig „emeritierter“ (Vor-)Ruhestandscoach und Resilienzlotse für Senioren
Wolfgang Schiele

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