
Na, haben Sie sich zum Jahreswechsel auch etwas vorgenommen, was sich im neuen Jahr verändern soll?
Und wie steht es heute, nach fünf Wochen, mit dem „guten Vorsatz“? Alles im Fluss oder schon längst wieder in die alten Muster zurückgefallen
Alle die, die sich zum Jahreswechsel nichts vorgenommen haben, können viele Vorteile für ich verbuchen: Sie bereuen nichts, brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben und sind nicht von sich selbst enttäuscht. Sie können sich diebisch über die misslungenen Vorsätze der anderen freuen und finden sich selbst bestätigt als Propheten fremden Scheiterns.
Denn einen Vorsatz umsetzen heißt ja nichts anderes als sich von einem ungeliebten, manchmal gar schädlichen oder unangebrachten, gesellschaftlich nicht akzeptierten Verhalten zu verabschieden und eine spürbare VERÄNDERUNG vorzunehmen.
Aber mit den Veränderungen ist das so eine Sache. Wir mögen sie nicht wirklich. Weder im persönlichen Leben noch im gesellschaftlichen Sinne. Weder im Kleinen noch im Großen. Weder an uns selbst noch bei anderen. Vorsätze sind nichts anderes als mentale Entscheidungen: für etwas (Neues) oder/und gegen etwas (Althergebrachtes). Was wir bei diesen Vorsätzen fast immer vergessen: SIE HABEN IHREN PREIS! Und noch eines: Vorsätze sollte man niemals am 31.12. treffen – was ja ohnehin nur ein menschengemachter, zufälliger und struktureller Zeitpunkt ist, der auf der persönlich-biografischen Timeline bedeutungslos ist -, weil oftmals die gedankliche Klarheit, der erforderlich Ernst und der notwendige Abstand fehlen.
Veränderungen bedürfen eines gravierenden und essentiellen Triggers. Ich bemerke das an mir selbst: Allein der „feste Wille“ etwas zu ändern, bewirkt noch lange keine (nachhaltige) Abkehr von Eingeschliffenem oder eine Kehrtwende in der Lebensführung. Dazu bedarf es ganz bestimmter energiereicher innerer und äußerer Impulse (siehe meine Grafik weiter unten).
Die starken externen Auslöser bewirken einen existenziellen Druck, wenn es z. B. um die ausstehende Mietzahlung geht oder die Androhung einer Kündigung.
Oder sie betreffen unser Inneres: unseren Körper, der sich in einer Notlage befindet und lebensrettend versorgt oder aus einem Gefahrenbereich herausgeschafft werden muss.
Das alles sind Umstände, die eine Veränderung bei Strafe des eigenen Unterganges regelrecht erzwingen. Und damit sind sie erst einmal nicht wirklich wünschenswert.
Viel besser hingegen sind Ermutigungen und Zusprüche von Respekts- und/oder Vertrauenspersonen, die uns Ansporn und Vorbild sind. Als Ergebnis unserer Veränderungsmühen ernten wir womöglich Beachtung, Lob und Ansehen, was den Selbstwert entscheidend stärkt.
Der beste Trigger jedoch für Veränderungen ist die intrinsische Motivation: die eigene Neugier, Abenteuerlust sowie die Sehnsucht nach Erfüllung des veränderten Ich. Dabei stellt sich regelmäßig ein wohliges Gefühl der Selbstwirksamkeit ein …
Also: Vor dem Formulieren eines Vorsatzes beachte man den Kontext, die möglichen Trigger, und Unterstützer, die Behinderer und Energieräuber. Ansonsten machen wir vorsätzlich etwas falsch. …

Vielen Dank für Ihr Interesse und beste Grüße!
Ihr freiwillig „emeritierter“ (Vor-)Ruhestandscoach und Resilienzlotse für Senioren
Wolfgang Schiele
© Wolfgang Schiele 2026 | Coaching50plus | info@coachingfiftyplus.de

Hinterlasse einen Kommentar