
Vor einigen Monaten war ich wieder einmal in meiner Geburtsstadt Aschersleben. Ein Klassentreffen war der Grund für meine Reise in die Vergangenheit. Sie häufen sich übrigens in der letzten Zeit, diese Treffen, und finden mittlerweile alle zwei Jahre statt. Das liegt wohl daran, dass die Klassenstärke weiter zusammenschrumpft. Den ersten Abgang hatten wir, glaube ich, bereits 1996. Da hat es meinen ersten Banknachbarn in der Erweiterte Oberschule (heute wieder Gymnasium genannt) mit 42 Lebensjahren erwischt. Mittlerweile sind wir von der (Ent-)Schöpfung um bereits vier Mitschüler reduziert worden. Das scheint dem bundesdeutschen Durchschnitt zu entsprechen. Nach der Statistik der Deutschen Rentenversicherung erleben etwa 17% aller Menschen nicht ihre Rente. Ja, die Einschläge rücken immer näher … deshalb also feiern, so oft es noch geht.
Aber nicht nur Feiern ist angesagt. Es gibt traditionell auch immer eine kulturelle Rahmenhandlung. Das permanent mitdenkende Organisationskomitee hatte sich dieses Mal für ein Welterbe am Harz entschieden. Es ging nach Quedlinburg. Nach einer tollen Stadtbesichtigung durch die historische Altstadt und über den Burgberg erwartete uns abends in einer historischen Gaststätte ein leckeres, exklusiv für uns zusammengestelltes a-la-carte-Essen. Auf dem Weg dorthin kam ich an meiner früheren schulischen Wirkungsstätte, die einst „Thomas-Müntzer-Oberschule“ hieß und jetzt wieder „Stephaneum“ heißt, vorbei. Aus dem Portal der Schule strömten gerade viele junge Erwachsene und ich vermutete gleich, dass es sich um ein feierliches Ereignis handeln musste, das dort drinnen gerade stattfand. Aus Verbundenheit zu den nachfolgenden Schülergenerationen fragte ich eine junge Frau, was denn der Anlass für die offensichtlich festliche Veranstaltung sei. Und sie klärte mich auf, dass die Anwesenden den 20. Jahrestag ihres Abiturs begingen … Ach ja, dachte ich, lange ist es her, da waren auch wir genau so jung und hatten noch unvollendete Lebenspläne. Mir war in diesem Moment sicherlich die Mitfreude, aber auch ein wenig der Neid anzusehen. „Herzlichen Glückwunsch – und feiern Sie schön, ich muss jetzt weiter auf meine eigene Klassenfeier“, sagte ich und wollte gerade weitergehen. „Sie waren wohl auch hier Schüler?“ „Ja, und ich bin auf dem Weg zu meiner 50-Jahrfeier an dieser Schule“, antwortete ich nachdenklich, aber auch mit einem Anflug von Altersmilde, das sich in einem müden Lächeln äußerte …

Wie doch die Zeit vergeht. Goldenes Abitur, vor 50 Jahren in die Arbeitswelt entlassen! Und ja: das nächste Klassentreffen findet 2024 statt. Ich freue mich schon jetzt darauf. Hoffentlich auch in der Besetzung wie vergangenes Mal …
Vielen Dank für Ihr Interesse und beste Grüße!
Ihr (Vor-)Ruhestandscoach und Resilienzlotse für Senioren
Wolfgang Schiele
© Wolfgang Schiele 2023 | Coaching50plus | http://www.coachingfiftyplus.de

15. August 2023 at 15:50
Genau so ist es …
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15. August 2023 at 7:38
Ein schönes Schulgebâude mit wohl vielen schönen Erinnerungen.
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