
Unsere bisherige Welt ist eine VUKA-Welt: volatil, unberechenbar, komplex und ambivalent. Das erleben wir ganz besonders eindrucksvoll in der visuell erfassbaren Welt, vor allem in der digitalen. Wir werden regelrecht überschüttet mit optischen Eindrücken und Effekten. Wie Lichtblitze blenden sie uns und versuchen, unseren natürlichen Blick auf die Welt zu verdrängen. Insbesondere durch die Minispots, Trailer, Werbeschnipsel, die bewegten Fake-News auf den unterschiedlichsten sozialen (?) Plattformen. Vor Bewegung und Farbenvielfalt, vor Dynamik und Grellheit können wir kaum noch fliehen; überall verfolgen sie uns, wenn wir auch nur ein x-beliebiges Digidingsda anschalten …
Ist da nicht eine ästhetisch klug komponierte und technisch gut gemachte Fotografie ein Ruhepol im Ozean der optischen Szenenflut? Lädt sie uns nicht zum gelassenen Verweilen ein, zum Betrachten einer bildlich eingefrorenen Vergangenheit, zum exklusiven Vertiefen in das wiedergegebene Motiv? Zur tatsächlichen Auseinandersetzung mit den fotografischen Inhalten – anstatt zum schnellen, fraglichen Bilderkonsum mit atemberaubender Verlaufsfrequenz?
Und noch eines unterscheidet das gelungene Einzelbild vom filmischen Spot: Es bleibt in Ruhe im Gedächtnis haften, lässt uns entspannen und generiert oftmals einen nachhaltigen mentalen Anker. Ganz im Gegensatz zu den permanent werbenden Bewegtbildern. Sie hinterlassen regelmäßig Unruhe, wenn nicht sogar Chaos im Kopf – und so manche Sequenz bekommen wir auch mit größerer geistiger Anstrengung nicht wieder aus unserem Gehirn hinaus. Die zumeist schnelle Bildfolge schafft mehr Verwirrung als Klarheit, die aus Kostengründen zeitlich meist knappgefassten Einblendungen hetzen unseren Wahrnehmungsfokus zwischen den digitalen Schauplätzen hin und her.
Schau dir besser ein gut gemachtes Einzelbild an. Halte inne bei der Betrachtung einer schönen Naturfotografie. Versetze dich hinein in die unbewegte Abbildung der analogen Welt. Umgib dich mit Motiven, die dir innerlich Freude bereiten und dich motivieren. Und reduziere den Einfluss hektischer Spots und wild zusammengewürfelter Bildfolgen – sie dienen der Verfremdung und der Entfernung von menschen- und naturgebundenen visuellen Erfahrungen.
Vielen Dank für Ihr Interesse und beste Grüße!
Ihr/Euer freiwillig emeritierter (Vor-)Ruhestandscoach und Resilienzlotse für Senioren
Wolfgang Schiele
© Wolfgang Schiele 2024 | Coaching50plus | info@coachingfiftyplus.de

6. März 2024 at 10:10
Wunderbar, daß es solche Ruhepunkte in all dieser Bilderflut gibt! Danke.🙏🧡
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