Die Provinz Cornwall in Südengland war lange Zeit kaum beachtet – weder florierte in der Gegend die Industrie, noch verirrten sich Touristen hierher. Bis der englische Archäologe und Unternehmer Tim Smit auf die Idee kam, in einer stillgelegten Kaolingrube einen botanischen Garten zu gestalten. Das Zentrum der Anlage bilden jeweils zwei riesige Gewächshäuser, die aus vier verschnittenen geodätischen Kuppeln bestehen. Sie waren 2014 die weltgrößten Gewächshäuser (und sind es womöglich auch geblieben …).
Ja, Sie lesen richtig. Es ist nicht nur eine Überschrift – die „Gärten der Welt“ gibt es als natürliche Zusammenstellung verschiedenster Grünanlagen aus aller Welt im Berliner Stadtbezirk Marzahn. Dem hing zu DDR-Zeiten noch der Ruf an, ein uniformer und trister Plattenbau-Stadtteil zu sein. Das hat sich nach der Wende komplett geändert. Heute ist der Stadtbezirk ein beliebtes Viertel dicht am Stadtgrün und mit moderaten Mietpreisen. Und mittendrin der frühere „Erholungspark Marzahn“ – jetzt angereichert um viele Spielplätze, Liegewiesen, Wassergärten und prächtige Grünanlagen aus aller Welt. Als da sind: Chinesischer Garten, Japanischer Garten, Italienischer Renaissancegarten, Karl-Forster-Staudengarten, Balinesischer Garten, Orientalischer Garten, Koreanischer Garten, Christlicher Garten, Jüdischer Garten, Englischer Garten sowie ein Irrgarten und ein Labyrinth.
Der subtropische Berg- und Steingarten von St. Michels Mount liegt auf einer Gezeiteninsel vor der Küste von Cornwall (Südengland). Aufgrund des milden Klimas und der verhältnismäßig moderaten Temperaturen im Winter gedeihen hier eine Reihe von mediterranen Pflanzen. Die Anlage ist wunderbar ausgebaut und die Wegeführung lädt immer wieder zu neuen Ein- und Ausblicken ein. Allerdings gehören ein wenig Geschicklichkeit und Trittfestigkeit zu den Tugenden, die man mitbringen muss, um in die schönsten Winkel der an einem steilen Berghang gelegenen Pflanzungen zu gelangen.
Tulpen können heutzutage durch Neuzüchtung und Kreuzung ganz verschiedene Formen und Farben ausprägen. Bei einigen dachte ich, ich hätte Rosen vor mir. Hier eine kleine Auswahl von Blüten und Pflanzen, die ich bei zwei Besuchen vorwiegend auf dem berühmten Keukenhof machen konnte.
Ursprünglich stammt die Tulpe gar nicht aus Holland. Ihre Heimat liegt in Persien und hat ihren Namen deshalb bekommen, weil die klassische Tulpe die Form eines Turbans hat, der in dieser Region weit verbreitet war und ist. Als ich 2008 das erste Mal im niederländischen Tulpengarten Keukenhof („Küchenhof“ auf deutsch) war, konnte ich mir lediglich Kataloge anschauen und eine Zwiebelbestellung für den Herbst aufgeben. Im Frühjahr werden die Zwiebeln eher nicht gehandelt, denn da ist keine Pflanzzeit und man müsste die Zwiebeln bis zum Herbst fachgerecht lagern.
Lassen Sie uns durch die Gärten dieser Welt spazieren gehen! – Was, das sei in diesen Zeiten nicht so einfach? Nun ja, man muss sie ja nicht auf fremden Kontinenten suchen. Man fahre nach Berlin, dort in den östlichen Stadtbezirk Marzahn – und schwupps … hat man, ohne den Flieger zu bemühen oder lange Schiffsreisen zu unternehmen, die volle Packung Natur – und zugleich ein Stückchen Völkerkunde. Fast vor der eigenen Haustür, greifbar nah und preiswert, liegen sie geballt in einem Stück grüner Lunge der Hauptstadt …
Vor einigen Jahren im Kübel gepflanzt und über Jahre geradezu unscheinbar hat sich ein rosa Strauch in diesem Jahr zu einer prächtigen Blühpflanze entwickelt: eine weitschlundige Bignonie (Podranea ricasoliana), im Volksmund auch unter „Rosa Trompetenwein“ bekannt.
Ihre ursprüngliche Heimat ist wohl Südafrika, wo sie als endemisch eingestuft wird. Dann aber hat sie die Karibik und die Kanarischen Inseln sowie Madeira und nicht zuletzt auch die Gärtnereien Mitteleuropas erobert. Sie versprüht einen zarten, aber eindrucksvollen Duft und lockt damit eine Reihe von Liebhaberinsekten an.
Obwohl immer noch von einem Kübel umschlossen, hat sie für die Wurzeln nach unten hin reichlich Platz: Wir haben vor ein paar Jahren den Boden des Behältnisses entfernt und seitdem hat sie genug freie vertikale Entfaltungsmöglichkeiten. Und weil die Kälte im Frühjahr dem Trompetenwein zusetzte, bekam er einen Verschnitt: Und siehe – die Pracht entfaltet sich …
Wenn man den botanischen Angaben trauen kann, dann soll sie im ausgewachsenen Zustand bis zu 5 m Höhe erreichen können. Dann wird sie auch kein Spaziergänger vom Straßenrand mehr übersehen können. Aber auf der Terrasse wird es dann auch langsam eng.
Ihr (Vor-)Ruhestandscoach und Resilienzlotse Wolfgang Schiele