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Späte Freiheit Ruhestand

Vom Gelingen der dritten Lebenshälfte

Schlagwort

Leben

Die späten Traumata der „Centenarians“ (100+)

Im Jahre 2009 hat der Verlag Reader´s Digest eine Untersuchung initiiert, die die Lebenserwartungswünsche der Deutschen erfassen sollte. Die Teilnehmer hatten die Wahl, sich zwischen folgenden Alternativen zu entscheiden: Würden Sie gern 70 Jahre, 90 Jahre, 110 Jahre, 150 Jahre oder 300 Jahre alt werden oder ewig leben?

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Späte Perle der Weisheit und eine wertschätzende Metapher

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Foto: Pixabay

Um Deine „Späte Perle der Weisheit“ zu finden, musst Du tief hinunter tauchen in Deine Gefühle …

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Das „Baumhoroskop“ von Aschersleben – Wertschätzung nach dem Tode

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Auf dem Weg zu meinem Seminarurlaub in Hannover habe ich einen Zwischenhalt eingelegt, um die Grabstellen meiner Eltern zu besuchen. Seit fast zwei Jahren war ich nun nicht mehr hier und dafür sehr erstaunt, dass der für den Friedhof zuständige Bauhof eine würdige und wertschätzende Urnenanlage gestaltet hat. Im sogenannten Erinnerungsgarten befindet sich das Ascherslebener „Baumhoroskop“ …

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Gibt es ein Leben vor dem Tod?

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Foto: Wolfgang Schiele

Vorige Woche in einem Seminar im Oberfränkischen. Wir haben im Workshop „Aktiv in den Ruhestand“ gerade über die vielfältigen Kompetenzen von Menschen im Alter zwischen Beruf und Ruhestand debattiert. Die Diskussion ist konstruktiv und an vielen Stellen auch humorvoll. Dann treten wir in die Mittagspause ein. Und ich weiß bereits jetzt, dass die nächste Seminarstunde ein wenig schwierig werden könnte, weil wir das Thema „Erleben und Tod“ angehen werden. Doch da springt mir ein Teilnehmer mit niederländischer Abstammung, Anfang 60, neben dem ich am Mittagstisch sitze, unbewusst zur Hilfe.

Und fragt spontan und ganz wie nebenbei, an die Tischnachbarn gewandt: „Gibt es ein Leben vor dem Tod?“ – Betretenes Schweigen (was jedoch im Zusammenhang mit dem Mittagessen höflich und etikettenkonform erscheint). „Also, ich habe es noch nicht geschafft, mein Geld auszugeben. Da  muss ich mich wohl sputen.“ (Jetzt reagieren einige Tischnachbarn mit etwas süßsaurer Miene, was gegebenenfalls am Essen liegen mag.) „Ja, so ist das – ich hatte noch keine Zeit, es zu verleben und das Leben zu genießen.“ (In den Gesichtern der Tischnachbarn scheint Mitleid aufzukommen …).

Ja, haben wir es wirklich gelebt, unser Leben? Haben wir unsere Biografie so gestaltet, wie wir sie uns als Kinder und Jugendliche vorgestellt hatten? Oder sind wir ihm untreu geworden, unserem persönlichen Lebenslauf? Haben uns immer wieder im Leben äußeren Zwängen und Einschränkungen untergeordnet, bis wir nicht mehr das Leben lebten, was wir uns vorgestellt hatten? Was, wenn wir bisher nur Banalitäten erlebt und wenig Sinnvolles und Erfüllendes mitgenommen haben? Uns nicht selbst verwirklichen konnten – egal, ob mit Geld oder ohne selbiges? Und genau in diesem Moment musste ich an ein Lied von Asaf Avidan denken, den „Reckonning Song“, in dem es in der deutschen Übersetzung heisst:

„Eines Tages, Baby, werden wir alt sein.
Oh Baby, werden wir alt sein.
Und an all die Geschichten denken, die wir uns hätten erzählen können …“

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Und an Julia Engelmann, die auf genau diesen Songtext so genial „geslamt“ hat. Was in meiner Begriffswelt nichts anderes bedeutet, als dass sie den Text als Vorlage für eine freie sprachliche (Weiter)Interpretation genutzt hat. Ziemlich zielsicher für die Vertreter jener Generation, die die dritte Lebensphase gerade noch so vor sich hat. Aber selbstredend auch für die Jüngeren, die nur den Mut aufbringen und die Chancen ergreifen müssen, um in der späten Freiheit des Lebens nicht sagen zu müssen: da gibt es etwas, was wir bereuen müssen (https://www.youtube.com/watch?v=DoxqZWvt7g8).

Der Anstoß des Teilnehmers mit niederländischem Migrationshintergrund machte mich sehr nachdenklich, wurde aber dann doch zu einem motivierenden Aufhänger für den Fortgang des Workshops zum Thema „Aktiv in den Ruhestand“ und letztlich zu einem vollen Erfolg.

Ihr (Vor)Ruhestandscoach Wolfgang Schiele

© Wolfgang Schiele | Coaching50plus | http://www.coachingfiftyplus.de

 

Ein weiterer Mythos zum Thema Ruhestand

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Viele landläufige Annahmen über den Ruhestand treffen in der Realität leider nicht zu oder werden in ihrer Wirkung falsch eingeschätzt. So kommt es zur Bildung von Mythen über die Zeit nach dem Arbeitsleben. In loser Reihenfolge möchte ich mich zu einigen der wichtigsten Fehleinschätzungen äußern.

Die „Transzendenzverdrängung“ oder
„Warum immer alles logisch belegbar sein muss“

Während unserer aktiven beruflich geprägten Lebensphase – die durchschnittlich etwa 40 Lebensjahre umfasst – wurden wir fast ausschließlich mit den rationalen Werten und Maßstäben der uns umgebenden Realität konfrontiert. Wir waren angehalten, Dinge, Prozesse und Sachverhalte logisch und rational zu überprüfen, Kausalitätsketten aufzubauen und für unser tägliches Handeln eine lückenlose Beweiskette vorzulegen. Und meinten, daran würde sich auch in Zukunft, im Ruhestand nichts ändern. So wurden wir weitestgehend erzogen, ausgebildet und geschult. Emotionen hatten im sozialen und beruflichen Leben nichts (oder fast nix) zu suchen.

Für Alles und Jedes musste es eine nachvollziehbare und verständliche Erklärung und Begründung geben, die physikalisch, mathematisch, betriebswirtschaftlich oder über andere anerkannte Gesetzmäßigkeiten herleitbar war. Alle Instanzen unserer Berufswelt verlangten den kognitiven, ja sogar wissenschaftlichen Beweis. Die Welt tickte fast ausschließlich über den Verstand. Zumindest bei äußerlicher Betrachtung …

… denn wie die Wissenschaft längst weiß, fällen wir – bevor wir eine Aussage verstandesgemäß verbrämen – einige hundertstel Sekunden vorher schon eine nicht gewillkürte emotionale Entscheidung. Unser limbisches System ist eben naturgemäß schneller als der Neokortex. Im Bauch sitzt der Vorstand. Der Kopf ist „lediglich“ der Pressesprecher.

Mit dem Umstieg in den Ruhestand erhalten wir die Freiheit, Entscheidungen auch außerhalb eines reglementierten Rahmens fällen zu können. Wir müssen nicht immer wieder einen naturwissenschaftlichen Beweis antreten, eine hieb- und stichfest Kausalitätskette aufbauen oder ein betriebliches Normativ einhalten. Wir dürfen auch mal nur das annehmen, was in der Welt ist, ohne ständig zu hinterfragen: WARUM? Wir dürfen auch einmal Sachen geschehen lassen, die unseren bisherigen Erfahrungshorizont überschreiten. Und ohne zu fragen: WOZU? Es dürfen auch einmal Dinge geschehen, für die wir (noch) keine Erklärung haben und sie trotzdem bewundern. Ohne nachzubohren: WIESO? Denn das Staunen und Wundern ist den meisten von uns leider mit der ausgehenden Kindheit verlorengegangen. Wir dürfen ruhig ein wenig transzendenter werden …

Ihr (Vor)Ruhestandcoach Wolfgang Schiele

© Wolfgang Schiele 2017 | Coaching50plus | www.coachingfiftyplus.de

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