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Späte Freiheit Ruhestand

Vom Gelingen der dritten Lebenshälfte

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Transzendenz

SINN-ergien 2: Was die Sinnfindung so schwer macht …

Foto: Pixabay

Für den Weiterbestand der Menschheit bedarf es nicht wirklich einer Sinnfindung – sie wird als Spezies auch überleben, wenn deren Individuen keinen Lebenszweck verfolgen, keine Mission in sich spüren oder sich keinem abstrakten Großen und Ganzen unterwerfen. Das Universum hat für uns nicht wirklich Verwendung. Es gibt uns keine Sinnbestimmung vor, drängt uns nicht zur Sinnsuche. Die Welt verhält sich uns gegenüber völlig gleichgültig. Außerhalb unseres Bewusstseins macht sie keinen Sinn. Unser Treiben ist für die Natur ohne existenziellen Informations- oder Entwicklungswert – sie, die Natur, wird es in irgendeiner bedeutungsfreien und ergebnisoffenen Form immer geben, ohne auf eine spezielle Lebensform angewiesen zu sein oder deren Einfluss als bedrohlich betrachten zu müssen.

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Unsere Charakter- und Signaturstärken

Das VIA-Institut on character (VIA = „Values in action“ oder: Werte in Aktion) entwickelte im Jahr 2000 Konzepte und Methoden, um einen „guten Charakter“ zu definieren und dessen Eigenschaften näher zu beschreiben. Daraus entstand in letzter Konsequenz das sog. „Modell der Charakterstärken“, ein wichtiger Strukturbaustein der Positiven Psychologie.

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Ein weiterer Mythos zum Thema Ruhestand

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Viele landläufige Annahmen über den Ruhestand treffen in der Realität leider nicht zu oder werden in ihrer Wirkung falsch eingeschätzt. So kommt es zur Bildung von Mythen über die Zeit nach dem Arbeitsleben. In loser Reihenfolge möchte ich mich zu einigen der wichtigsten Fehleinschätzungen äußern.

Die „Transzendenzverdrängung“ oder
„Warum immer alles logisch belegbar sein muss“

Während unserer aktiven beruflich geprägten Lebensphase – die durchschnittlich etwa 40 Lebensjahre umfasst – wurden wir fast ausschließlich mit den rationalen Werten und Maßstäben der uns umgebenden Realität konfrontiert. Wir waren angehalten, Dinge, Prozesse und Sachverhalte logisch und rational zu überprüfen, Kausalitätsketten aufzubauen und für unser tägliches Handeln eine lückenlose Beweiskette vorzulegen. Und meinten, daran würde sich auch in Zukunft, im Ruhestand nichts ändern. So wurden wir weitestgehend erzogen, ausgebildet und geschult. Emotionen hatten im sozialen und beruflichen Leben nichts (oder fast nix) zu suchen.

Für Alles und Jedes musste es eine nachvollziehbare und verständliche Erklärung und Begründung geben, die physikalisch, mathematisch, betriebswirtschaftlich oder über andere anerkannte Gesetzmäßigkeiten herleitbar war. Alle Instanzen unserer Berufswelt verlangten den kognitiven, ja sogar wissenschaftlichen Beweis. Die Welt tickte fast ausschließlich über den Verstand. Zumindest bei äußerlicher Betrachtung …

… denn wie die Wissenschaft längst weiß, fällen wir – bevor wir eine Aussage verstandesgemäß verbrämen – einige hundertstel Sekunden vorher schon eine nicht gewillkürte emotionale Entscheidung. Unser limbisches System ist eben naturgemäß schneller als der Neokortex. Im Bauch sitzt der Vorstand. Der Kopf ist „lediglich“ der Pressesprecher.

Mit dem Umstieg in den Ruhestand erhalten wir die Freiheit, Entscheidungen auch außerhalb eines reglementierten Rahmens fällen zu können. Wir müssen nicht immer wieder einen naturwissenschaftlichen Beweis antreten, eine hieb- und stichfest Kausalitätskette aufbauen oder ein betriebliches Normativ einhalten. Wir dürfen auch mal nur das annehmen, was in der Welt ist, ohne ständig zu hinterfragen: WARUM? Wir dürfen auch einmal Sachen geschehen lassen, die unseren bisherigen Erfahrungshorizont überschreiten. Und ohne zu fragen: WOZU? Es dürfen auch einmal Dinge geschehen, für die wir (noch) keine Erklärung haben und sie trotzdem bewundern. Ohne nachzubohren: WIESO? Denn das Staunen und Wundern ist den meisten von uns leider mit der ausgehenden Kindheit verlorengegangen. Wir dürfen ruhig ein wenig transzendenter werden …

Ihr (Vor)Ruhestandcoach Wolfgang Schiele

© Wolfgang Schiele 2017 | Coaching50plus | www.coachingfiftyplus.de

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