Grafik: Wolfgang Schiele

Die Resilienzforschung kennt verschiedene Ansätze zu den Säulen und Einstellungen, die den Menschen gegen die verschiedenen Wechselfälle des Lebens, gegen Stress und Transformationsängste psychologisch widerstandsfähiger machen können. Mein Favorit ist auf der vorangehenden Abbildung zu sehen: sieben Resilienzfaktoren und drei lebensbedeutsame Grundeinstellungen

Fortsetzen möchte ich mit der dritten Säule: der Lösungsorientierung.

Der erste Hinweis, den ich an dieser Stelle geben möchte, ist: Werden Sie sich Ihrer Stärken bewusst! Wo und wann Sie auch immer in eine missliche Situation geraten, ein Problem scheinbar nicht lösen können oder keinen Ausweg aus eine Krise zu finden scheinen: Besinnen Sie sich auf frühere, ebenfalls ausweglose Situationen, die Sie dennoch gemeistert haben! (Und die Sie heute Ihren Freunden, vielleicht sogar mit einem Schmunzeln, stolz erzählen.) Ich wurde 2017 auf dem Weg in meinen italienischen Seminarurlaub beraubt: Mein Auto wurde auf einem Parkplatz aufgebrochen und fast alle meine Sachen, incl. Laptop, waren verschwunden. Auf Hilfe konnte ich an einem Sonnabend nachmittag bei 40°C, ohne ausreichende Verständigungsmöglichkeiten und bei den dortigen Carabinieri nicht hoffen. Also musste ich die Situation „reframen“: Darüber nachdenken, was noch schlimmer hätte kommen können, warum ich mir den Urlaub nicht durch unbekannte Diebe kaputtmachen lassen werde und welch beispiellose Geschichte ich in die kommenden Seminare als Übungsbeispiele mit einbauen würde! Daneben sagte mir der Verstand, dass ich statistisch gesehen bisher von den großen Verlusten dieser Welt verschont worden war und deshalb auch einmal an die Reihe kam!

Nach dem Schock („Ich reise jetzt gleich nach Hause!“) machte ich mir meine Stärken im Improvisieren und Organisieren klar. Nach dem Moment der Wut über die Diebe, der Racheschwüre und der Trauer über Verlorenes beschaffte ich mir zielgerichtet Anziehsachen, besprach mich mit einer IT-Spezialistin über die Datensicherung des gestohlenen Laptops und beschloss, den Urlaub zu genießen! Und was soll ich sagen: Mir wurde zum ersten Mal im Leben klar, dass der Mensch auch mit einem Minimum an Sachen zurecht kommt und sich dadurch viel sogar viel freier und sicherer fühlt. Und dass sich diese Geschichte immer wieder als Lernchance narrativ verwenden ließe. Und das in dem Schlechten, dass man erlebt hat, auch ein guter und lehrreicher Kern enthalten sein kann.

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„Wir haben keine Lösung, bewundern aber das Problem.“ (Graf Fito). Bleiben Sie nicht am Problem hängen. Als reife, erwachsene und mit allen Wassern gewaschene – sprich: lebenserfahrene – Person können Sie auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Wichtig ist vor allem eines: Kommen Sie aus der aktuellen Stressituation heraus, werden Sie gelassener, seien Sie optimistisch, dass die augenblickliche Situation sich zum Besseren wendet und überlegen Sie in Ruhe, was z. B. die weisesten Menschen dieser Welt in Ihrer Problemsituation tun würden! Übernehmen Sie Verantwortung für sich und handeln Sie erst einmal mit Ihren Verstand.

Denken Sie immer daran: Ohne Lösung gibt es auch kein Problem! Und: „Probleme kann man niemals mit der Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ (Albert Einstein). Seien Sie kreativ in Ihrer Problemlösung uns kosten Sie genüsslich das Gefühl aus, das sich nach der Lösungsfindung einstellt …

Vielen Dank für Ihr Interesse und beste Grüße

Wolfgang Schiele
(Vor-)Ruhestandscoach und Resilienztrainer für Senioren

© Wolfgang Schiele 2020 | Coaching50plus | https://www.coachingfiftyplus.de