Foto: Wolfgang Schiele

Wir reden uns immer irgendetwas ein. Es sind Gedanken über uns selbst, andere Menschen, Sachverhalte oder die Welt an sich. Oder: Man redet uns etwas ein – überall da, wo gesprochen wird. Es sind die Einredungen, die wir bewusst oder unbewusst aufnehmen und fast immer auch bewerten. Wir stecken sie in eine Gehirnschublade und dann gehen wir mit ihnen durch die Welt. Wir vergessen sie mit der Zeit. Und doch wirken sie unterbewusst weiter. Wir passen unsere Denkweise und unser Verhalten an sie an und treffen auf ihrer Grundlage Entscheidungen. Es ist wie eine Infektion mit hoher Ansteckungskraft und schneller Verbreitungsgeschwindigkeit. Und es ist oftmals in der Tat so, dass sie uns behindern, blockieren und uns – ohne dass es uns bewusst wird – in unseren Kompetenzen und Wahlmöglichkeiten einschränken. Doch wir können sie beeinflussen, neutralisieren und sogar verdrängen …

… mit positiven Selbstwertstärkungen, Kräftigungssprüchen oder Glaubenssätzen, die wir in uns selbst generieren. Sie können uns das Tor öffnen zu mehr Gestaltungs- und Entscheidungsspielraum. Wir müssen bei der Formulierung unserer AFFIRMATIONEN nur ein paar Regeln beachten, dann haben unsere Botschaften an uns Selbst (BamS) eine große und nachhaltige Wirkung.

* Zuerst einmal sollten die Sätze kurz und knackig daherkommen und sich leicht merken lassen.

* Dann sollten sie zu uns passen: Sie dürfen keine Phantasiegebilde sein, die unseren realen Möglichkeiten nicht entsprechen, und keine Wunschträume, die für uns unerreichbar sind.

* Dann sollten sie eine Aussage aus der Ich-Perspektive darstellen, also mit „Ich …“, „Mir …“, „Meine …“ oder „Mich …“ beginnen.

* In jeder Affirmation sollten sich positive Substantive oder Adjektive wiederfinden, wie Freude, Glück, Vertrauen … oder friedlich, harmonisch, liebenswürdig …

* Affirmationen sollten unseren Wertevorstellungen entsprechen und zu unseren Zielen passen.

Foto: Wolfgang Schiele

Hier ein paar kurze Beispiele:

„Ich bin vertrauensvoll.“
„Mir geht es von Tag zu Tag besser.“
„Meine Fortschritte können sich sehen lassen.“

Überprüfen Sie immer wieder, ob der Satz für Sie zeitgerecht, stimmig und widerspruchsfrei ist. Wenn er in Ihnen einen Widerstand auslöst, dann ist er (noch) nicht optimal auf Sie ausgerichtet. Vielleicht müssen Sie sich erst herantasten an eine neue Affirmation, indem Sie sie vorsichtig, in für Sie akzeptablen und handhabbaren Schritten, formulieren und dann ausbauen. Wie im nachfolgenden Beispiel zum Thema Entspannung, das nach zwölf Etappen zu einer kraftvollen Affirmation führen kann:

  1. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es eine Möglichkeit gibt, mich entspannter zu fühlen.
  2. Ich fände es schön, wenn ich es schaffen könnte, in mir mehr Leichtigkeit zu spüren.
  3. Ich glaube, es wäre nicht nur für mich eine Bereicherung, wenn ich entspannter wäre.
  4. Es wäre ganz toll, wenn ich es schaffen würde, innerlich zur Ruhe zu kommen.
  5. Ich möchte mich leichter und entspannter fühlen.
  6. Ich kann mich an einige Situationen erinnern, in denen ich mich ruhig und entspannt gefühlt habe.
  7. Ich bin innerlich bereit, mir diese Lockerheit und Gelassenheit zu gönnen.
  8. Ich habe es mir wirklich verdient, mich entspannt und relaxt zu fühlen.
  9. Ich bin es mir wert, Ruhe und Entspannung in mir zu finden.
  10. Ich kann ganz deutlich spüren, dass es mir gelingen wird, mich leicht und entspannt zu fühlen.
  11. Ich bin überzeugt davon, dass ich in vielen Situationen ruhig und besonnen reagieren kann.
  12. Ich empfinde schon jetzt in mir eine deutliche Zunahme von Ruhe und Gelassenheit.
  13. Ich lasse mich auch in Extremsituationen nicht aus der Ruhe bringen und bleibe besonnen, frei und selbstbestimmt.

Vielen Dank für Ihr Interesse und beste Grüße!

Ihr (Vor-)Ruhestandscoach und Resilienzlotse für Senioren
Wolfgang Schiele

© Wolfgang Schiele 2021 | Coaching50plus | https://www.coachingfiftyplus.de