Anfang des Jahres befand ich mich in einer selbstgewählten Weiterbildung zum „Introvision-Coaching“. Was das ist, I n t r o v i s i o n ? Und kann man damit jemanden coachen, ja gar therapieren?
Wenn es auf das Ende der Berufsphase zugeht, kommt es auf zwei Dinge ganz besonders an: In den verbleibenden Arbeitsjahren agil und leistungsfähig im Job zu bleiben (was wohl vorrangig für den Arbeitgeber wichtig ist) und dann seinen Ruhestand seelisch und physisch möglichst fit zu erreichen (was wohl am wichtigsten für den Arbeitnehmer sein dürfte). Diese beiden „Dinge“ sind von besonders hohem Stellenwert in einer Zeit, die von Unbeständigkeit, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit geprägt ist. Denn auf diese „VUKA-Welt“ werden wir als reife erwachsene Menschen regelmäßig nicht oder nur sehr unzureichend vorbereitet.
Vor einigen Tagen fiel mir ein Exemplar der „Psychologie heute“ zwischen die Finger. Es war nicht mehr ganz taufrisch und ich merkte an den jungfräulichen Seiten, dass ich diese Zeitschrift noch gar nicht gelesen hatte (denn ich streiche immer etwas an in Büchern und Zeitschriften!). STILLE stand auf dem Titel – und ich verband den Begriff sofort mit RUHE, obwohl beides nicht identisch ist …
Sie scheinen wieder große Konjunktur zu haben – die Artikel, Berichte und (Zwischen-)Ergebnisse über die schier unendliche Verlängerbarkeit menschlicher Existenz. Gerade hat 3Sat der Wissenschaftssendung Scobel einen 45-minütigen Filmbeitrag über das breite Forschungsspektrum fürs „ewige Leben“ vorangestellt. Kurz darauf veröffentlichte „Die Zeit“ einen Aufsatz über die millionenschwere Unterstützung reicher Privatiers für kalifornische Start-Ups zur Forschung über „lebensverlängernde Maßnahmen“ …
Viele Menschen möchten sich – je älter sie werden – vergewissern, ob das Leben, das sie gelebt haben, auch sinnvoll und richtig war. Wobei die Wertevorstellungen, die hinter den Begriffen „richtig“ und „sinnvoll“ stehen, ein enorm breites Spektrum überstreichen. Nichtsdestotrotz lohnt es sich immer wieder, in die Vergangenheit einzutauchen und den Versuch einer kritischen, aber wohlwollenden Lebensrefleion zu unternehmen …
Ich gehe mal davon aus, dass Sie schon eines oder mehrere Seminare oder Workshops bzw. Kurse besucht haben. Oder sogar Webinare – Onlinekurse vor dem rechteckigen Bildschirm. Nun kommt die Gewissensfrage: Warum haben Sie teilgenommen? War es Ihr eigener Beweggrund oder wurden Sie von Dritten „hinbewegt“ zum Seminar/Webinar …
Nicht nur einmal bin ich am Laden vorbeigefahren – in Zernsdorf bei Königs Wusterhausen bei Berlin … Und immer wieder wollte ich anhalten, weil ich neugierig wurde auf die Artikel, die ich aus dem fahrenden Auto hinter den reflektierenden und schnell vorbeihuschenden Glasscheiben nicht wirklich erkennen konnte. Die Geschäftsbezeichnung prägte sich mir nachdrücklich ein: „Seniorenprodukte“ – nur das Angebot blieb bisher ein gutverblendetes Geheimnis …
Im Jahre 2009 hat der Verlag Reader´s Digest eine Untersuchung initiiert, die die Lebenserwartungswünsche der Deutschen erfassen sollte. Die Teilnehmer hatten die Wahl, sich zwischen folgenden Alternativen zu entscheiden: Würden Sie gern 70 Jahre, 90 Jahre, 110 Jahre, 150 Jahre oder 300 Jahre alt werden oder ewig leben?
Als ich im Februar diesen Jahres meine Vorsorgeunterlagen zusammengestellt habe, stand für mich auch die Frage nach der Art meiner Bestattung an. Ohne lange nachzudenken, kreuzte ich „Friedwald“ an, weil ich viele Jahre recht naturverbunden gelebt habe. Aber konkrete Vorstellungen hatte ich damals noch nicht …