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Späte Freiheit Ruhestand

Vom Gelingen der dritten Lebenshälfte

Verfasser

coaching50plus

Meine Freitätigkeit als Coach und Trainer habe ich 2024 beendet. Nun bin ich als Blogger bei WP und LinkedIn aktiv. Zudem kombiniere ich als Hobbyfotograf meine Bilder mit bekannten Sinnsprüchen zu sog. Zitatografien.

Freiheit und Verantwortung

Foto: Wolfgang Schiele

Freiheit ist ursprünglich keine regulative Idee. Freiheit ist eine natürliche Gabe – sie wurde uns als Individuen von der Schöpfung mitgegeben. Und nicht als Habe oder als Besitztum durch eine Rechtsordnung. Mit der Entstehung von Gesellschaftssystemen wurde die elementar-biologische Freiheit des Einzelnen immer wieder durch soziale und moralische Vorschriften der Mehrheiten eingeschränkt, damit sich stabile Mehrpersonensysteme überhaupt entwickeln konnten. Zum einen, um das Individuum in seiner archaischen und egoistischen Ausprägung zu zügeln. Zum anderen, um die Gruppe vor ihm zu schützen und gleichzeitig ihr Überleben als Ganzes zu garantieren. Gerade weil dem Einzelnen Freiheitsbeschneidungen auferlegt wurden, konnte er sich im Ernstfall auf die Schutzwirkung der Gemeinschaft verlassen. Der partielle individuelle Freiheitsverzicht wurde zum Baustein für die Gruppensicherheit, in der der Einzelne überleben konnte und das Ganze sich entfalten durfte. Oder anders gesagt: Das Individuum musste einen Teil seiner persönlichen Freiheit abtreten, um einen Teil des vereinten Gruppenschutzes zu erhalten.

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Über die Magie der Fotografie (1)

Foto: Wolfgang Schiele

Sie entstehen in milliardenfacher Ausfertigung, und das wahrscheinlich sogar täglich – Fotos. Insbesondere mit unseren Smartphones (von denen es mehr gibt als Menschen die Erde bevölkern). Weniger mit den professionellen Kameras, deren Verkaufszahlen (leider) rasant abstürzen. Ist ja auch nachzuvollziehen – mit dem Fotoapparat kann man nicht telefonieren, mit dem Smartphone wohl – und eben auch fotografieren. Obwohl ich fast meine, dass sein ursprünglicher Zweck (ähnlich wie bei der Fotokamera) langsam, aber sicher, verlorengeht. Es wird – wenn ich meine Umgebung beobachte – weniger telefoniert als fotografiert (pardon: eher geknipst), zumindest was die Datenvolumina angeht 😉

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Der „Dunning-Kruger-Effekt“ oder: Unwissenheit führt zu mehr Selbstvertrauen

Grafik: Pixabay

Krisenhafte Zeiten sind auch Zeiten, in den sich Menschen gern als Vordenker, Wegbereiter oder Heilsbringer ins Gespräch bringen. Je lauter, desto besser. Dann wittern sie die Chance, ihre Präsenz, ihre Wirkung und ihr Charisma durch eine einfache, verführerische oder unwiderstehliche Argumentation an die Frau oder den Mann bringen zu können. Und dann sind wir als (oft ungefragte) Empfänger der Botschaften in einer sogenannten „BANI-Welt“ (ein Akronym aus brüchig, angsteinflößend, nichtlinear und inkohärent, siehe auch meine Beiträge unter „Dem Chaos ins Auge blicken“; https://wp.me/p7Pnay-3Kr und https://wp.me/p7Pnay-3M5) kaum noch in der Lage, Fakten von Fakes zu unterscheiden …

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Dem Chaos ins Auge blicken – „Facing the Age of Chaos“ (BANI 2)

Grafik: Pixabay

Hier nun Teil 2 meiner Gedanken zum aktuellen Weltmodell.

Halten wir fest: Die Beschreibung der aktuellen Welt mit dem Akronym BANI ist passgenauer als die frühere mit dem Akronym VUCA. Denn je genauer wir das, was um uns herum passiert, beschreiben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir damit besser umgehen können. Deshalb benötigen wir auch neue und exaktere Worte und Begrifflichkeiten, um uns das ganze Ausmaß der Veränderungen bewusst und begreifbar zu machen. Erst dann verstehen wir, welche globalen Strömungen für uns eine echte Gefahr werden können.
Wenn wir z. B. wissen, wie es um die Belastungsgrenzen unserer Lebenswelt steht, dann können wir versuchen, die Biosphäre, in der wir leben, mit den uns zur Verfügung stehenden materiellen und technischen Möglichkeiten wieder in einen stabilen Zustand zurückzuführen (Untersuchungen zeigen z. B., dass bei der chemischen Belastung, den biogeochemischen Kreisläufen und der genetischen Biodiversität die irreversiblen Kipppunkte bereits erreicht, wenn nicht sogar schon überschritten sind. Für andere wiederum haben wir noch keine Grenze bestimmen können, wie z. B. zu Landnutzungsänderungen und zur Aerosolbelastung der Erde – F. Habekuss, in DIE ZEIT N.° 5 2022). Das hat etwas mit dem „Konzept der planetaren Grenzen“ zu tun, die W. Steffen und J. Rockström vom Bundesumweltamt entworfen und beschrieben haben …

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Was für ein Datum: 22.2.22! – Und noch eine fünfte (Alters-)Regression!

Wie es der Zufall (?) so will …

Foto: Pixabay – Kiew, Denkmal für Bogdan Chmelnitzky

Ich stöbere zurzeit – da ich meine Prokrastination vor einiger Zeit überwunden hatte und ans Aufräumen ging – in den wiederaufgefundenen Tagebüchern meiner Jugend- und Studienzeit herum. Die Sammlung der bis zu 50 Jahre alten Aufzeichnungen umfasst die Zeit ab 1971 bis in die frühen Achtziger. Und irgendwie kommen die Erinnerungen zu dem Zeitpunkt zusammen, der in Europa nichts Gutes erahnen lässt.

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Weg vom Job oder hin zur Rente?

Foto: Wolfgang Schiele

Der Trend zum frühen Ausstieg aus dem Berufsleben hält unvermindert an. Auch wenn viele der Ruhestandsanwärter mit Strafabgaben von über 10% ihrer Rente rechnen müssen, weil sie wegen fehlender Anrechnungsjahre nicht abschlagfrei davonkommen, gehen mehr Menschen als die Rentenversicherung jemals geplant hatte, zum rechtlich frühestmöglichen Termin in die Rente. Woran mag das wohl liegen …?

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Dem Chaos ins Auge blicken – „Facing the age of chaos“ (BANI 1)

Schon seit alters her haben die Menschen versucht, Konzepte über die jeweils aktuelle Welt aufzustellen und sich auf deren weitere Entwicklung einzustellen. Dazu haben sie die wesentlichen Strömungen und Umstände der jeweiligen Zeit analysiert und an den möglichen Auswirkungen gespiegelt. Und – wenn möglich – versuchten sie zugleich auch Strategien für den Umgang mit den aktuellen gesellschaftlichen Konstellationen zu entwickeln. Ein bekanntes Beschreibungs- und Erklärungsmodell ist VUCA, das als Akronym aus den Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe volatility (Flüchtigkeit), uncertainty (Unsicherheit), complexity (Komplexität) und ambiguity (Mehrdeutigkeit) die wesentlichen Merkmale unserer Welt in der Zeit nach 1990 zu charakterisieren versuchte.

Der Ursprung wird dem „United States Army War College“ zugeschrieben, das damit in den 90er Jahren die Prägemuster der Welt nach dem Ende des kalten Krieges beschreiben wollte. In Wahrheit taucht die Terminologie bereits 1986 in dem Managementberaterwerk „The Strategies for Taking Charge“ („Die Strategien zur Übernahme von Verantwortung“) eines gewissen Warren Bennis auf. [Wer mehr über VUCA erfahren möchte, siehe u. a. meinen Beitrag unter https://wp.me/p7Pnay-1DW – „Sind wir nicht alle ein bisschen vuka?“]

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Die vierte (Alters-)Regression – Back to the Roots

Sage niemand, es gäbe keine Zeitreisen …

Foto: Wolfgang Schiele

Nach einigen Wochen der Vertiefung in wiederaufgefundene Tagebücher aus meiner Jugendzeit erwische ich mich dabei, wie ich meine Lebensphasen neu bewerte. Bemerkenswert erscheint mir, dass die Zeit der Berufsausübung für mich eine weniger wichtige und erinnerungswürdige Zeit ist als die 20 Jahre davor und die 10 Jahre danach. Die Zeit dazwischen scheint wie ausgeblendet, leerer und bedeutungsloser. Es ist, als stünde man auf einem hohen, breiten und erhabenen Erinnerungshügel und schaute in die Ferne – hinweg über die sanften Hänge und ausgebreiteten Ebenen des vormals Professionellen in Richtung Lebensstart – dorthin, wo sich Himmel und Erde treffen, als hätten sie sich etwas Wichtiges zu erzählen. Und das, was sich zwischen dem eigenen Aussichtspunkt und dem wie mit einem Lineal gezogenen Horizont am Bildrand befindet, hat kaum noch Bedeutung, findet keine wirkliche Beachtung …

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Im Katastrophensog

Foto: Wolfgang Schiele

Als das Jahrhunderthochwasser 1997 auch meine damalige Heimatstadt Frankfurt (Oder) [ja, es gibt in Deutschland zweimal „Franks Furten“!] erreichte, war es für die Familie keine Frage, uns selbst von den Pegelständen und Überflutungsgebieten ein unmittelbares Bild zu machen. Die Berichte im Fernsehen waren zwar ständiger Begleiter – aber es macht einen deutlichen Unterschied, ob man sich das Geschehen durch Dritte schildern lässt oder selbst ein authentisches und direktes Gefühl für die bedrohliche Situation entwickelt. (Das obige Foto stammt übrigens nicht vom Oderhochwasser, wie hoffentlich unschwer zu erkennen ist … sondern von der Küste Korsikas.)

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